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Kunst-Ausstellung: Glückliche Kindheit

24.04.12 00:00 Uhr | EckRaum (kleiner Tagungsraum) | Kunstausstellung | Eintritt: frei

Zur Technik:

Zinngebilde, wie sie beim Bleigießen entstehen oder wenn flüssiges Zinn auf eine Fläche fällt, wurden digital fotografiert und daraus als Collagen die Figuren erstellt. 

Zu den Inhalten und der Entstehung:

Der Leitgedanke der Arbeiten ist der unten zitierte Satz von Jean Liedloff. (Jean Liedloff, 1975: "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück – Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit") 

"Unserer Gesellschaft muss dabei geholfen werden zu erkennen, dass die heute als normal geltende Behandlung von Säuglingen zu unmenschlich und teilweise geradezu ein Verbrechen an diesen ist."

In intensiven Workshops zur Selbsterfahrung habe ich immer wieder Erfahrungen gesammelt dazu. Ich habe dabei tiefen Einblick erhalten in die Gewordenheit des persönlichen Elends und der psychosomatischen Erkrankungen, vorwiegend in der frühesten Kindheit, von sehr vielen verschiedenen Menschen und natürlich auch von mir selbst. 

Und ich habe dabei sehr häufig erleben dürfen, wie schwere körperliche Leiden von innen geheilt werden, wenn diese frühkindliche Prägung des seelischen Hintergundes erkannt und verstanden wird. Es lohnt sich also durchaus, sich mit diesen Dingen zu befassen.

Zeit des Umdenkens – oder die Schere im Kopf

Wir leben in einer Zeit, in der einerseits Hirnforschung und Erziehungswissenschaften einige herkömmlichen Empfehlungen von Omas und Tanten überzeugend widerlegen und dabei neue Verhaltensregeln formulieren. Auch in Erziehungszeitschriften erscheinen daher sehr menschliche und warmherzige Ratgeber. Andererseits ist die Mehrzahl der lebenden Menschen geprägt durch eine Mischung aus liebevoller Zuwendung und „schwarzer Pädagogik“ und deshalb gar nicht immer in der Lage, diese Ratgeber praktisch umzusetzen. Der Weg vom gedanklichen Verstehen bis zur Umsetzung im Handeln ist lang, und gerade in Stress-Situationen verfallen Menschen sehr oft in die aus früher Zeit gelernten Verhaltensmuster.

Die vordergründig anklagenden Bilder sind auch zu verstehen als Aufforderung, sensibel zu werden für die alltägliche subtile Gewalt in unserer Gesellschaft, besonders Kindern gegenüber, aber auch Mitgefühl zu entwickeln mit den als Tätern dargestellten Personen, die nichts anderes sind als älter gewordene Opfer einer ähnlichen "Behandlung". 

So sind auch die Karikaturen, die sich mit allgemeinen Fragen beschäftigen, in der Regel mit dem Gedanken verbunden, dass Fehlverhalten  und Süchte der Erwachsenen (stoffliche Süchte wie Alkohol- Heroin- oder Nikotinsucht, aber auch Sexsucht, Spielsucht, Anerkennujngssucht, Machtsucht u.a.) zu verstehen sind aus der jeweiligen Mangelsituation oder der Misshandlung des kleinen Kindes, das sie einmal waren.  
 
Veranstalter: Rainald Irmscher 

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